Am Donnerstag, den 10. Juni, zieht der Mond zur Mittagszeit vor der Sonnenscheibe vorbei – es findet eine Sonnenfinsternis statt. Das Ereignis dauert rund zwei Stunden und kann bei klarem Himmel in Deutschland und anderen Ländern gesehen werden.  Die Dinslakener Amateurastronomen möchten hier ein paar Tipps und Hinweise zur Beobachtung dieses Himmelsschauspiels geben

Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März 2015. Foto: Sven Melchert. – VdS

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist über Mitteleuropa wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond wird am 10. Juni in Norddeutschland rund 20 Prozent der Sonnenscheibe bedecken, in Süddeutschland sind es nur sechs Prozent, in Österreich und der Schweiz noch etwas weniger. Der Mondschatten läuft von West nach Ost, daher beginnt die Finsternis in Aachen bereits um 11:21 Uhr, in Braunschweig um 11:30 Uhr und in Frankfurt/Oder erst um 11:40 Uhr. Eine Stunde nach Beginn tritt die maximale Bedeckung ein, eine weitere Stunde später geht die Finsternis zu Ende.

Die letzte von Dinslaken aus beobachtbare partielle Sonnenfinsternis fand am 20. März 2015 statt (siehe unten). Leider ließ sich das Himmelsereignis damals nicht beobachten, da dichter Nebel den Blick auf die Sonne verdeckte. Die DAA setzen also große Hoffnung darauf, dass das Wetter am kommenden Donnerstag günstiger ausfällt. Ansonsten heißt es, warten bis zum November 2022.

Die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni von Mitteleuropa aus gesehen. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Beste Bedingungen zur Mittagspause

Im Falle guten Wetters ist die SoFi von 11.23h bis 13.30h in Dinslaken zu beobachten. Da die Sonne zu dieser Uhrzeit sehr hoch am Mittagshimmel steht, ist sie von nahezu jedem Standort aus gut zu sehen. Das Maximum der Sonnenfinsternis findet im Westen Deutschlands gegen 12:20 und im Osten um 12:40 Uhr statt. So kann jeder während seiner Mittagspause oder in einer Schulpause einen Blick zur Sonne werfen und die „angeknabberte Sonne“ bestaunen. Dazu muss man auf jeden Fall eine sichere Sonnenfinsternisbrille verwenden, denn alle anderen Hilfsmittel dämpfen das Sonnenlicht nicht ausreichend, bleibende Augenschäden wären die Folge. Am besten besorgt man sich schon jetzt eine sogenannte Sonnenfinsternisbrille, die für wenige Euro im Handel erhältlich ist (DAA fragen).

Beispiel Sonnenfinsternisbrille

Es gibt auch einfache und sichere Alternativen, wie die Projektion mit einer Lochkamera auf ein Blatt Papier. Die Bedeckung der Sonne durch den Mond beträgt in unseren Breiten 12.8 Prozent. Weiter nach Norden hin nimmt der Bedeckungsgrad zu. Nur in Kanada und im Osten Russlands wird die Bedeckung maximal sein. Doch auch hier wird es nicht zu einer totalen, sondern zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommen.

Das ist dann der Fall, wenn der Mond so weit von der Erde entfernt ist, dass bei der maximalen Bedeckung der Sonne die Größe des Mondes nicht ganz ausreicht, um sie komplett zu verdunkeln. Es bleibt ein sehr schmaler Lichtring zu sehen. Doch auch eine Bedeckung von 12.8 Prozent ist mit Hilfe einer SoFi-Brille gut zu beobachten.

Aufgrund der noch nicht ganz entspannten Corona-Lage nehmen die DAA noch Abstand davon, öffentlich zur Beobachtung einzuladen. Falls das Wetter es zulässt, werden die DAA ihre fotografischen Ergebnisse auf der Homepage der Sternwarte Dinslaken veröffentlichen. (www.sternwarte-dinslaken.de)

Globaler Verlauf der Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde

Sicherheitshinweise : Niemals und unter keinen Umständen mit bloßem Auge in die Sonne Schauen ! Eine SoFi-Brille gibt es beim gut sortierten Optiker für ein paar Euro zu kaufen. Noch gefährlicher ist es, mit einem Teleskop oder Fernglas ungefiltert in die Sonne zu sehen. Das kann zu sofortiger Erblindung des Auges führen. Für weitere Hinweise stehen die DAA unter 02064 9928566 zur Verfügung.

http://www.sonnenfinsternis.org/sofi2021a/index.htm#ueberblick

Sonnenfinsternis 30.05.2003

Die ringförmige Sonnenfinsternis (Saros-Serie 147, Nr. 22) war die erste in unserem Bereich beobachtbare partielle Finsternis seit 1999.

Der gemeinsam mit der DAA ausgewählte Beobachtungsort war die Halde an der Beekstraße in Bottrop (Tetraeder).
Starke Gewitter in der Nacht hatten die Luftfeuchtigkeit so stark erhöht, so dass der Sonnenaufgang zum Zeitpunkt der größten Finsternis von uns trotz hohem Standort unbeobachtet blieb.
Erst längere Zeit zeigte sich die Sonnensichel im Dunst.

Foto 1: 420mm analog, Dirk Sichelschmidt
Foto 2:   80mm analog, Dirk Sichelschmidt

Kategorien: ArtikelAtuellesInfo

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