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Ein paar Urlaubs(Astro)Bilder – Es geht auch mit kleinem Besteck!

Die aktuell lange Astrofoto-Durststrecke, bedingt durch das Wetter , nutzte ich mal um zu zeigen, was man schon mit wenig mehr als normaler Fotokamera machen kann.

Das gesamte hier verwendete Astrofoto Equipment passt in den Fotorucksack, was die Astro-Reisefotografie massiv erweitert. Ich hoffe das dadurch auch so mancher ermutigt wird einfach mal die Linse zum Himmel zu richten. Es braucht nur Geduld.

Kleine Reisemontierungen sind nun schon zu erschwinglichen Preisen zu bekommen. Nach dem aktuellen Boom, ist davon auszugehen, das es bald auch einige auf Verkaufsplatformen gebraucht zu kaufen gibt. Ich habe hier die erste Generation des Star Adventurers benutzt.

Für viele Aufnahmen eignen sich normal Spiegelreflex oder Systemkameras. Vieles geht aber auch schon mit guten Handy Kameras. Ich benutzte die Fujifilm X-T1 und X-T3, weil sie handlich und robust sind. Ausserdem ist die Bildqualität besonders (TransX Chip ohne sonst übliche Bayer Matrix). DIe Kamera ist in vielen Farbbereichen etwas empfindlicher. Wenn man allerdings die roten Wasserstoffnebel (H-Alpha Regionen) aufnehmen will, kommt man nicht um eine Umbau der Kamera umhin, oder zumindest macht es die Bildbearbeitung massiv einfacher. Beim Umbau wird der Rotbereich Richtung Infrarot erweitert indem ein Filter vom Chip entfernt wird. Ich habe mir günstig eine gebrauchte Canon EOS700D gekauft, die nachträglich Astro-modifiziert wurde („Rot-Begrenzung“ entfernen*). Das bringt eine Menge mehr an Bildinformation. Es muss keine teure gekühlte Astrokamera sein um schöne Himmelsgebiete sichtbar zu machen.

Das Sterbild Schwan mit NGC700 – 29x 50s ISO 1600, EOS 700Da, 70mm/2,8 auf Star Adventurer

Anfang September wurde es an der Nordseeküste schon wieder angenehm früh dunkel, so daß auch Astrophotographie wieder möglich wurde. Der Himmel an der Nordseeküste hat kaum Lichtverschmutzung. Vor dem Wohnwagen sitzend konnte ich die Kamera in den Schwan halten um erste Erfahrung mit der Astro-modifizierten EOS 700Da zu machen. Der Nordseehimmel ist wunderbar dunkel und allein deshalb schon eine Reise wert.

Zum Einsatz kam das alte Standard 70-200mm auf der Star Adventurer. Schon im Rohbild waren die H-Alpha Regionen zu erkennen, was den großen Unterschied zu einer herkömmlichen „Laden“-Kamera macht. Die ISO wurde weitestgehend nach unten gedreht um Rauschen zu reduzieren, die Belichtung wurde dann an die maximal mögliche Zeit ohne Fehler, angepasst (Die Sterne müssen rund bleiben).

Zusätzlich wurden Darkframes zur Bildkorrektur angefertigt.

Die Bilder wurden mit Siril korrigiert, gestackt und verarbeitet. Finetuning über Photoshop und Astro Tools.

Cirrusnebel (Veil Nebula) im Schwan – NGC 6960 /IC1340 – 30x 50s, ISO6400, L-EnHance Clip-Filter, EOS700Da 300mm/F4, Star Adventurer

Der klare Himmel im Norden, fast ohne Lichtverschmutzung, war genau richtig um in den etwas dunkelen Bereich des Sternbildes Schwan zu schauen. Trotz der guten Dunkelkeit setzte ich hier einen Schmalbandfilter (L-enHance) ein, der leuchtende H-Alpha (Wasserstoff – rot) und OIII Regionen (Sauerstoff – blau) hervorhebt und Umgebungslicht weiter reduziert. Die Aufnahmen wurden von einer Reisemontierung mit einem 300mm Teleobjektiv (F4) und einer Astromodifizierten EOS 700D(a) gemacht. Dazu wurden 30 Aufnahmen a 50s mit ISO6400 mit Nachführung, aber ohne Autoguider – sprich Korrektur gemacht. Darkframes wurden zur Korrektur zusätzlich erstellt.

Detailvergößerung

Die Bilder wurden mit Siril korrigiert, gestackt und verarbeitet. Finetuning über Photoshop und Astro Tools.

Nur zur Demo was bei uns geht: Andromeda-Galaxie aus der Momm-Niederung aufgenommen mit normaler Kamera.

Andromeda Nebel M31 – 51x 20s, 300mm F4, Fujifilm X-T1, ISO3200, Star Adventurer Nachführung

Bei uns ist der Himmel durch die Lichtverschmutzung nicht so dunkel, deshalb ist die Belichtung etwas schwieriger, zumal ich hier noch keine Schmalbandfilter hatte. Also kürzere Belichtungszeit, dafür ein paar Bilder mehr um genug Photonen zu sammeln. Auch hier wurden wieder Darkframes zu Korrektur erstellt. Die Kamer ist eine normale Spiegellose Kamera mit einem normalen 300mm F4 Teleobjektiv. Einzig der Star Adventurer als Reisemontierung ergänzte das normal Fotoequipment.

Bilder wurden mit Siril korrigiert, gestackt und verarbeitet. Finetuning über Photoshop und Astro Tools.

Zur Info: Siril ist kostenfrei im Netz erhältlich. Anfängern rate ich zuerst mit Sequator zu starten und dann in die Bildbearbeitung später einzusteigen. So hat man schnell Erfolge!

Bei Fragen meldet Euch bei uns Dienstags abends ab 19:30 oder schreibt an info@sternwarte-dinslaken.de

Viel Spaß!

Ich wünsche Euch „Clear Skies“!

* Astro Umbau – Achtung! Nach einer Modifikation ist die Kamera nur noch mit zusätzlichen Terrestrischen/IR Clip Filter für die normal Fotografie zu benutzen, oder mit manuellem Weißabgleich). Man kann den Filter aber auch komplett für das IR entfernen lassen , womit man super in die Infrarot-Fotografie einsteigen kann.

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