Die Erde ist der dritte Planet von der Sonne aus und der fünftgrößte im Sonnensystem. Die Erde hat eine Umlaufbahn mit einer mittleren Sonnenentfernung von 149.600.000 km (1,00 AE). Ihr Durchmesser beträgt 12.756,3 km und sie besitzt eine Masse von 5,972·1023 kg.

Die Erde ist der einzige Planet, dessen englischer Name nicht aus der griechischen oder römischen Mythologie stammt. Der Name kommt aus dem Altenglischen und Germanischen (ursprünglich leitet sich der Begriff „Erde“ vom griechischen „éra“ ab.
Im Germanischen wurde daraus „Ero“, dann „Erdo“ und schließlich „Erde“. Natürlich waren die Bezeichnungen im deutschen Sprachraum ganz verschieden. In Norddeutschland zum Beispiel hieß die Erde „Ertha“. Als die Angeln und die Sachsen aus Nordeutschland dann nach Britannien aufgebrochen sind, und dort England und die englische Sprache begründet haben, haben sie die „Ertha“ mitgenommen. Das ist im Neuenglischen nun „earth“. Das deutsche Wort Erde kommt also nicht aus dem Altenglischen. Umgekehrt kommt das englische Wort „earth“, wie alle englischen Wörter germanischen Ursprungs, aus Norddeutschland). Es gibt natürlich hunderte anderer Namen für den Planeten in anderen Sprachen. In der römischen Mythologie war die Göttin der Erde „Tellus“ – der fruchtbare Boden. (Griechisch: Gaia, Lateinisch: terra mater = Mutter Erde).

Obwohl die Erde von uns gegenüber den anderen Planeten am leichtesten untersucht werden kann, hatten wir bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein keine Landkarten vom gesamten Planeten!

Der Erd-Kern besteht wahrscheinlich im wesentlichen aus Eisen (oder Nickel/Eisen), obwohl möglicherweise auch leichtere Elemente auftreten können. Die Temperaturen im Mittelpunkt des Kerns dürften circa 7.500 K betragen, es ist dort also heißer als an der Oberfläche der Sonne.
Der Untere Mantel besteht wahrscheinlich hauptsächlich aus Silizium, Magnesium und Sauerstoff mit etwas Eisen, Kalzium und Aluminium. Der Obere Mantel setzt sich zusammen aus Olivin und Pyroxenen (Eisen- und Magnesiumsilikaten), Kalzium und Aluminium.
Dies wissen wir dank seismischer Techniken. Proben des Oberen Mantels erreichen die Oberfläche in Form von Lava aus Vulkanen, aber der Großteil der Erde ist unzugänglich.
Die Kruste besteht in erster Linie aus Quarz (Siliziumdioxid) und anderen Silikaten wie Feldspat. Im ganzen gesehen setzt sich die Erde chemisch wie folgt zusammen (nach Masse):34,6% Eisen29,5% Sauerstoff15,2% Silizium12,7% Magnesium2,4% Nickel1,9% Schwefel0,05% Titan

Die Erde ist übrigens der dichteste Hauptkörper im Sonnensystem!
Die anderen terrestrischen Planeten (Merkur, Venus und Mars) haben wahrscheinlich ähnliche Strukturen und Zusammensetzungen mit manchen Unterschieden: der Mond besitzt den kleinsten Kern; Merkur hat einen besonders großen Kern (bezogen auf den Durchmesser); die Mäntel von Mars und Mond sind viel dicker; Mond und Merkur haben möglicherweise keine chemisch unterschiedliche Kruste. Die Erde könnte also der einzige Planet mit getrenntem Inneren und Äußeren Kernen sein. Allerdings ist unser Wissen über das Innere der Planeten weitgehend theoretischer Natur (sogar in Bezug auf die Erde), so dass dies nur Vermutungen sind.

Im Gegensatz zu den anderen terrestrischen Planeten besitzt die Erde eine Kruste (Lithosphäre), die sich in verschiedene feste Platten aufteilt, die unabhängig von einander auf dem heißen Mantel darunter schwimmen. Die Theorie, die dies beschreibt, nennt sich Plattentektonik. Sie wird charakterisiert durch zwei wesentliche Prozesse: Ausbreitung und Deckelung (Subduktion).
Ausbreitung tritt auf, wenn zwei Platten von einander wegschwimmen und neue Kruste aus aufsteigender Magma von unterhalb entsteht.
Deckelung zeigt sich, wenn zwei Platten kollidieren und die Kante der einen unter die andere geschoben wird und dort im Mantel letztendlich aufgelöst wird. Es gibt auch transversale Bewegungen zwischen einigen Platten entlang ihrer Kanten (z.B. am San Andreas Graben in Kalifornien) und Kollisionen zwischen Kontinantalplatten (z.B. Indien/Eurasien). Es gibt (momentan) acht Hauptplatten:

  1. Die Nordamerikanische Platte – Nordamerika,der westliche Nordatlantik und Grönland
  2. Die Südamerikanische Platte – Südamerika und der westliche Südatlantik
  3. Die Antarktische Platte – Die Antarktis und die „südlichen Meere“
  4. Die Eurasische Platte – Der östliche Nordatlantik, Europa und Asien außer Indien
  5. Die Afrikanische Platte – Afrika, der östliche Südatlantik und der westliche Indische Ozean
  6. Die Indo-Australische Platte – Indien, Australien, Neuseeland und der Großteil des Indischen Ozeans
  7. Die Nazca-Platte – Der östliche Pazifische Ozean bis Südamerika
  8. Die Pazifische Platte – Der Großteil des Pazifischen Ozeans (mitsamt der Südküste Kaliforniens)

Außerdem gibt es noch zwanzig oder mehr kleinere Platten wie die Arabische, die Kokos- oder die Philippinische Platte.

Die Erdoberfläche ist sehr jung. In der (nach astronomischen Maßstäben) relativ kurzen Zeit von 500.000.000 Jahren haben Erosion und tektonische Prozesse einen Großteil der Erdoberfläche zerstört und wiedererschaffen und dabei fast alle Spuren der frühen geologischen Oberflächengeschichte eleminiert (wie z.B. Einschlagskrater).
So wurde die Frühgeschichte der Erde weitgehend ausgelöscht. Die Erde ist 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt, aber die ältesten bekannten Felsen sind etwa 4 Milliarden Jahre alt. Felsen, die älter sind als 3 Milliarden Jahre, sind schon sehr selten. Die ältesten Fossilien lebender Organismen sind jünger als 3,9 Milliarden Jahre. So gibt es keine Spuren des entscheidenden Zeitraums, in dem das Leben auf der Erde entstand.

71 % der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Die Erde ist der einzige Planet, an dessen Oberfläche Wasser in flüssiger Form bestehen kann (obwohl es auf Titans Oberfläche flüssige Vorkommen von Ethan oder Methan geben könnte und flüssiges Wasser unter der Oberfläche von Europa vermutet wird).
Flüssiges Wasser ist selbstverständlich Voraussetzung für Leben wie wir es kennen. Die Wärmespeicherfähigkeit der Ozeane ist ebenfalls sehr wichtig für die Stabilisierung der Erdtemperatur. Flüssiges Wasser ist außerdem verantwortlich für die Erosion und die Wetterbildung über den Kontinenten der Erde, ein Prozeß, der im heutigen Sonnensystem einzigartig ist (obwohl er in der Vergangenheit wahrscheinlich auch auf dem Mars vorgekommen sein dürfte).

Die Erdatmosphäre besteht heute aus 77% Stickstoff und 21% Sauerstoff mit Spuren von Argon, Kohlendioxid und Wasser. Der Gehalt an Kohlendioxid war wahrscheinlich höher in den Zeiten, als die Erde entstand, aber seitdem wurde fast alles in karbonate Felsen gebunden und zu einem geringeren Teil in den Ozeanen gelöst oder von lebenden Pflanzen verbraucht.
Die Plattentektonik und biologische Prozesse bewirken heute einen kontinuierlichen Fluß von Kohlendioxid in diese verschiedenen „Gullis“ und wieder zurück. Der winzige Anteil Kohlendioxid in der Atmosphäre zu jeder Zeit ist (zusammen mit anderen Faktoren wie vor allem Wasserdampf) extrem wichtig für die Erhaltung der Oberflächentemperatur der Erde durch den Treibhauseffekt. Dieser Treibhauseffekt hebt die durchschnittliche Oberflächentemperatur um ungefähr 35 °C über das Maß hinaus an, das sie ohne diesen Effekt hätte (von frostigen -21 °C zu angenehmen +14 °C); die Ozeane würden sonst einfrieren und Leben wie wir es kennen unmöglich machen.

Das Vorkommen von „freiem Sauerstoff“ ist aus chemischer Sicht absolut bemerkenswert. Sauerstoff ist ein sehr aggressives Gas und unter „normalen“ Umständen würde es sich schnell mit anderen Elementen verbinden. Der Sauerstoff der Erdatmosphäre wird von biologischen Prozessen produziert und erhalten. Ohne Leben gäbe es also gar keinen ungebundenen Sauerstoff.

Aus geologischen Untersuchungen wissen wir heute, daß zu Zeiten der Dinosaurier der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre bei etwa 15% lag. Menschen würden gnadenlos ersticken, und (so seltsam sich das auch anhören mag) Dinosaurier würden bei heutigen Luftverhältnissen innerlich verbrennen, weil Sauerstoff eigentlich ein sehr aggressives Element ist. „Jurassic Park“ ist also unmöglich!

Mithin stellt sich die Frage, wie viel Kohlendioxid wir noch in die Atmosphäre entlassen können, bevor sie wie Venus endet (siehe dort).

Die Erde hat ein schwaches Magnetfeld, das elektrische Ströme im äußeren Erdkern induzieren. Das Zusammenspiel aus Sonnenwind, dem Erdmagnetfeld und der oberen Erdatmosphäre bewirken die sog. Nordlichter (aurora borealis). Unregelmäßigkeiten in diesen Faktoren bewirken das Wandern der magnetischen Pole relativ zur Oberfläche; augenblicklich liegt der magnetische Nordpol in Nordkanada.
Das Erdmagnetfeld wirft in Wechselwirkung mit dem Sonnenwind den sogenannten „Van-Allen-Gürtel“ auf, zwei ringförmige Felder aus ionisierten Gasen (Plasma), die in einer Umlaufbahn um die Erde gefangen sind. Der äußere Gürtel erstreckt sich in einer Höhe von 19.000 bis 41.000 km, der innere liegt zwischen 13.000 und 7.600 km Höhe.

Die Erde hat nur einen natürlichen Satelliten, den uns wohlvertrauten Mond (Luna).

Die Wechselwirkung zwischen Erde und Mond bremst die Erdrotation um ungefähr 2 Millisekunden pro Jahrhundert ab. Augenblickliche Forschungen deuten darauf hin, dass es vor ca. 900 Millionen Jahren 481 18-Stunden-Tage pro Jahr gab.