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PARTIELLE SONNENFINSTERNIS AM 10. JUNI IN DEUTSCHLAND

Dinslakener Amateurastronomen geben Tipps und Hinweise zur Beobachtung dieses Himmelsschauspiels

Eine partielle Sonnenfinsternis findet am 10. Juni in Deutschland statt.
Eine partielle Sonnenfinsternis findet am 10. Juni in Deutschland statt.Foto: bdabney/Pixabayhochgeladen von Lisa Peltzer

Die letzte von Dinslaken aus beobachtbare partielle Sonnenfinsternis fand am 20. März 2015 statt. Leider ließ sich das Himmelsereignis damals nicht beobachten, da dichter Nebel den Blick auf die Sonne verdeckte. Die Dinslakener Amateurastronomen (DAA) setzen also große Hoffnung darauf, dass das Wetter am kommenden Donnerstag günstiger ausfällt. Ansonsten heißt es: warten bis zum November 2022.

Im Falle guten Wetters ist die SoFi von 11.23h bis 13.30h zu beobachten. Da die Sonne zu dieser Uhrzeit sehr hoch am Mittagshimmel steht, ist sie von nahezu jedem Standort aus gut zu sehen. Die Bedeckung der Sonne durch den Mond beträgt in unseren Breiten 12.8 Prozent. Weiter nach Norden hin nimmt der Bedeckungsgrad zu. Nur in Kanada und im Osten Russlands wird die Bedeckung maximal sein. Doch auch hier wird es nicht zu einer totalen, sondern zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommen.
Das ist dann der Fall, wenn der Mond so weit von der Erde entfernt ist, dass bei der maximalen Bedeckung der Sonne die Größe des Mondes nicht ganz ausreicht, um sie komplett zu verdunkeln. Es bleibt ein sehr schmaler Lichtring zu sehen. Doch auch eine Bedeckung von 12.8 Prozent ist mit Hilfe einer SoFi-Brille gut zu beobachten. Aufgrund der noch nicht ganz entspannten Corona-Lage nehmen die DAA noch Abstand davon, öffentlich zur Beobachtung einzuladen. Falls das Wetter es zulässt, werden die DAA ihre fotografischen Ergebnisse auf der Homepage der Sternwarte Dinslaken veröffentlichen. (www.sternwarte-dinslaken.de)
Sicherheitshinweise : Niemals und unter keinen Umständen mit bloßem Auge in die Sonne Schauen ! Eine SoFi-Brille gibt es beim gut sortierten Optiker für ein paar Euro zu kaufen. Noch gefährlicher ist es, mit einem Teleskop oder Fernglas ungefiltert in die Sonne zu sehen. Das kann zu sofortiger Erblindung des Auges führen. Für weitere Hinweise stehen die DAA unter 02064 9928566 zur Verfügung.

Lisa Peltzeraus Dinslaken

  • 12. Mai 2021, Niederrhein Anzeiger

DINSLAKENER AMATEUR-ASTRONOMEN HABEN DEN HIMMEL STETS IM BLICK – INTERESSENGEMEINSCHAFT BANGT UM STERNWARTE

Wandern in anderen Welten

Der 50-jährige Jörg Müller aus Voerde ist seit 2007 aktiv bei den Dinslakener Amateur-Astronomen - und vor allem fasziniert von der unendlichen Weite. Ihn begeistert, dass er mithilfe der Technik seine Sinne erweitern und sehen kann, was das Auge allein nie fassen könnte. "Wir sind ein Staubkorn im Universum. Vielleicht nicht einmal das. Wir sind bedeutungslos für alles, was um uns herum passiert."
Der 50-jährige Jörg Müller aus Voerde ist seit 2007 aktiv bei den Dinslakener Amateur-Astronomen – und vor allem fasziniert von der unendlichen Weite. Ihn begeistert, dass er mithilfe der Technik seine Sinne erweitern und sehen kann, was das Auge allein nie fassen könnte. „Wir sind ein Staubkorn im Universum. Vielleicht nicht einmal das. Wir sind bedeutungslos für alles, was um uns herum passiert.“Foto: Comfreak/Pixabayhochgeladen von Lisa Peltzer

Jörg Müller ist seit 2007 Teil der Dinslakener Amateur-Astronomen. Für die Astronomie interessiert er sich allerdings schon von klein auf.

„In meiner Jugend ist mal ein Meteorit über mir explodiert. Ich habe fünf Minuten lang einfach nur fassungslos nach oben geschaut“, erinnert sich der Voerder. Bis heute ist dieser Abend ein einschneidendes Erlebnis für ihn. „Die Astronomie ist schwer zu verstehen und schwer zu erfassen und gleichzeitig so wahnsinnig faszinierend.“ Dabei ist es egal, ob man einfach nur nach oben schaut, gezielt nach Wetterphänomenen oder Meteoriten Ausschau hält oder sich gar die Nacht um die Ohren schlägt, um stundenlang in einem Gebiet Fotos zu machen, um diese dann von einer speziellen Software zusammenfügen zu lassen. „Das Thema ist eben sehr vielfältig.“

Umso mehr bedauern er und die anderen der losen Interessengemeinschaft, dass die Astronomie zumindest hier in NRW nicht Bestandteil des regulären Unterrichtsstoffes ist. Geplant sei darum, diese Wissenschaft auch in die Schulen zu tragen.

Eine Wartung der Sternwarte ist dringend notwendig

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Sternwarte intakt ist. Die befindet sich im ND-Jugendzentrum in Dinslaken. Das aufgrund der Corona-Pandemie seit November geschlossen ist. „Wir haben die letzte Betrachtung im Oktober vergangenen Jahres vorgenommen“, sagt Müller. Eine Wartung sei daher dringend nötig. Schließlich ist ein Teil der Technik annähernd 60 Jahre alt. Einzig das Teleskop wurde 2009 erneuert. „Wir müssen die Sternwarte retten!“

Erbaut wurde diese übrigens im Jahr 1958, gemeinsam mit dem ND-Jugendzentrum. Obwohl beides zeitgleich fertiggestellt wurde, wurde die elektrisch drehbare Kuppel mit einem Durchmesser von vier Metern und einer zweiteiligen, ebenfalls elektrisch zu öffnenden Luke erst 1963 in Betrieb genommen. Schon damals fanden sich Menschen zusammen, die fasziniert waren von der Astronomie. Diese Gruppe hat sich bis heute immer weiter entwickelt.

„Im Moment“, sagt der Produktmanager für Röntgentechnik, „haben wir uns das Thema ‚Lichtverschmutzung‘ auf die Fahne geschrieben.“ Wenn möglich, sind im Spätsommer entsprechende Vorträge geplant. Aufgezeigt werden soll unter anderem wie sich der „Verlust der Nacht“ auf Mensch und Tier auswirkt.

KONTAKT

  • Mehr Infos zu den Dinslakener Amateur-Astronomen finden sich online.
  • Auf der Internetseite der Amateure finden sich nicht nur Informationen zu der Sternwarte an sich sowie zu den Aktiven der Interessensgemeinschaft. Die Amateure haben zudem allerhand Wissenswertes über die Astronomie zusammengestellt.
  • Die Dinslakener Amateur-Astronomen treffen sich zurzeit Corona-bedingt immer dienstags ab 19.30 Uhr online. Der Zoom-Link zur Einwahl ist online zu finden.

DIE ASTRONOMIE

  • „Die Astronomie oder Sternkunde ist die Wissenschaft von den Gestirnen. Sie erforscht mit naturwissenschaftlichen Mitteln die Positionen, Bewegungen und Eigenschaften der Objekte im Universum, also der Himmelskörper (Planeten, Monde, Asteroiden, Sterne einschließlich der Sonne, Sternhaufen, Galaxien und Galaxienhaufen), der interstellaren Materie und der im Weltall auftretenden Strahlung. Darüber hinaus strebt sie nach einem Verständnis des Universums als Ganzes, seiner Entstehung und seines Aufbaus.“ (Auszug aus Wikipedia)